Ausschlussfilter im Depot einrichten: Moralische Kriterien integrieren
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Inhaltsverzeichnis
Investieren bedeutet heute mehr als nur Rendite erzielen. Immer mehr Anleger möchten, dass ihr Geld auch Gutes bewirkt oder zumindest keinen Schaden anrichtet. Die Einrichtung von Ausschlussfiltern im Depot ist ein mächtiges Werkzeug, um sicherzustellen, dass Ihre Investments mit Ihren persönlichen moralischen und ethischen Überzeugungen übereinstimmen. Dieser Weg zur bewussten Geldanlage gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird durch regulatorische Entwicklungen weiter gefördert.
Die Macht der persönlichen Werte im Depot
Ihr Depot ist mehr als nur eine Sammlung von Wertpapieren; es ist ein Spiegelbild Ihrer finanziellen Ziele und, zunehmend, Ihrer persönlichen Werte. Die Idee, dass Geldanlagen rein funktional sein sollten, weicht einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem ethische Überlegungen eine zentrale Rolle spielen. Das Einrichten von Ausschlussfiltern ermöglicht es Ihnen, proaktiv zu entscheiden, welche Geschäftsfelder oder Unternehmenspraktiken Sie finanziell nicht unterstützen möchten. Dies kann von tief persönlichen Überzeugungen bis hin zu gesellschaftlichen Anliegen reichen, die Ihnen am Herzen liegen.
Die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein Wandel im Bewusstsein vieler Menschen. Sie möchten nicht nur finanziell wachsen, sondern auch Verantwortung übernehmen und einen positiven Beitrag leisten oder zumindest negative Auswirkungen minimieren. Dieses Bedürfnis nach Sinnhaftigkeit in der Geldanlage wird immer stärker und beeinflusst die Produkte, die von Finanzinstituten angeboten werden, sowie die Beratungspraxis.
Die Möglichkeit, gezielt Unternehmen oder Branchen auszuschließen, die mit Ihren Moralvorstellungen kollidieren, gibt Ihnen die Kontrolle zurück. Sie investieren in eine Zukunft, die Sie mitgestalten möchten. Dies geht über bloße Spekulation hinaus und wird zu einer Form des aktiven Gestaltens, bei der jedes Investment eine Entscheidung für oder gegen bestimmte Werte ist. Die persönliche Integrität wird so auch im finanziellen Bereich gewahrt, was zu einem tieferen Gefühl der Zufriedenheit mit den eigenen Anlagen führen kann.
Diese bewusste Ausrichtung der Geldanlage kann zu einer stärkeren Bindung an die eigenen Investments führen, da sie nicht nur finanzielle, sondern auch emotionale und ideelle Ziele verfolgen. Es ist ein Schritt hin zu einer Kapitalanlage, die im Einklang mit dem eigenen Gewissen steht und somit auch zu einem besseren Gefühl der Sicherheit und Ausgeglichenheit im Umgang mit dem eigenen Vermögen beitragen kann.
Vergleich: Passive Rendite vs. Werteorientiertes Investieren
| Merkmal | Passive Rendite | Werteorientiertes Investieren |
|---|---|---|
| Fokus | Maximierung der finanziellen Erträge | Finanzielle Erträge bei gleichzeitiger Berücksichtigung ethischer/ökologischer/sozialer Kriterien |
| Auswahlkriterien | Finanzielle Kennzahlen (Gewinn, Wachstum, Risiko) | Finanzielle Kennzahlen plus ESG-Kriterien und Ausschlussprinzipien |
| Anlegerintention | Reine Vermögensvermehrung | Vermögensaufbau mit positiver oder neutraler Wirkung |
ESG und SRI: Mehr als nur Schlagworte
Im Bereich der nachhaltigen Geldanlage tauchen häufig die Begriffe ESG und SRI auf. Doch was verbirgt sich wirklich dahinter und wie unterscheiden sie sich? ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Diese Kriterien sind zu einem globalen Standard geworden, um die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen zu bewerten. Umweltaspekte umfassen den Umgang mit Ressourcen, Emissionsreduktionen und den Schutz der Biodiversität. Soziale Aspekte beziehen sich auf Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Vielfalt und Produktsicherheit. Governance beleuchtet die Struktur und Praktiken der Unternehmensleitung, wie Transparenz, Entlohnung von Führungskräften und Korruptionsprävention.
SRI, kurz für Socially Responsible Investing oder Sustainable and Responsible Investing, geht oft noch einen Schritt weiter. Während ESG eine breitere Analyse von Nachhaltigkeitsfaktoren darstellt, fokussiert sich SRI stärker auf ethische Grundsätze und schließt häufig bestimmte Branchen oder Geschäftspraktiken kategorisch aus. Man könnte sagen, ESG ist die Analyse, SRI ist die Anwendung mit klaren ethischen Grenzen. SRI-Kriterien sind in der Regel strenger und konzentrieren sich stärker auf "Negativkriterien" – also das, was vermieden werden soll.
Seit dem 2. August 2022 gibt es in Deutschland eine gesetzliche Verpflichtung für Anlageberater, explizit nach den Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden zu fragen. Dies hat die Bedeutung von ESG und SRI weiter erhöht und zu einer transparenteren Offenlegung von Nachhaltigkeitsstrategien bei Finanzprodukten geführt. Die Entwicklung von SRI-Indizes, die Unternehmen nach strengen ethischen Maßstäben filtern, ist eine direkte Folge dieses wachsenden Bedarfs.
Für Anleger bedeutet dies, dass sie fundiertere Entscheidungen treffen können. Es ist ratsam, die genauen Kriterien von Anlageprodukten zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen. Nicht jeder Fonds, der sich "nachhaltig" nennt, erfüllt automatisch alle individuellen Kriterien. Die Unterscheidung zwischen einem breiten ESG-Ansatz und einem spezifischen SRI-Ansatz ist daher entscheidend.
ESG vs. SRI: Ein Überblick
| Kriterium | ESG (Environmental, Social, Governance) | SRI (Socially Responsible Investing) |
|---|---|---|
| Fokus | Breite Bewertung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten | Stärkerer Fokus auf ethische Grundsätze und Ausschlusskontroverser Bereiche |
| Ansatz | Kann sowohl Positiv- als auch Negativkriterien umfassen | Dominanz von Negativkriterien (Ausschlussprinzip) |
| Ziel | Identifizierung von Unternehmen mit guter Nachhaltigkeitsleistung | Vermeidung von Anlagen in ethisch problematischen Sektoren |
Ausschlusskriterien: Ihr persönlicher Ethik-Kompass
Das Herzstück der individuellen Werteanlage sind die Ausschlusskriterien. Hier definieren Sie, welche Branchen oder Geschäftspraktiken für Sie tabu sind. Diese Filter sind Ihr persönlicher Ethik-Kompass, der sicherstellt, dass Ihr investiertes Kapital nicht in Bereiche fließt, die Ihren moralischen Vorstellungen widersprechen. Die Palette möglicher Ausschlusskriterien ist breit und spiegelt die Vielfalt menschlicher Werte wider.
Umweltbezogene Ausschlusskriterien zielen darauf ab, Investitionen in Sektoren zu vermeiden, die den Planeten belasten. Dazu gehören beispielsweise Unternehmen, die stark auf fossile Brennstoffe setzen, in der Atomkraft tätig sind oder umstrittene Praktiken wie Gentechnik in der Landwirtschaft verfolgen. Auch die Waffenindustrie und Produkte, die mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht werden, fallen oft unter diese Kategorie.
Soziale Ausschlusskriterien konzentrieren sich auf den Umgang von Unternehmen mit Menschen und der Gesellschaft. Hierzu zählen oft die Tabak- und Alkoholindustrie, Glücksspielbetriebe, die Pornografiebranche oder Unternehmen, die in der Massentierhaltung tätig sind und damit Tierschutzstandards verletzen. Auch die Ausbeutung von Arbeitskräften oder die Missachtung von Menschenrechten sind Kriterien, die zum Ausschluss führen können.
Governance-Kriterien, also die Unternehmensführung, spielen ebenfalls eine Rolle. Unternehmen, die durch massive Verstöße gegen Menschenrechte, gravierende Umweltzerstörung, illegale Praktiken oder mangelnde Transparenz auffallen, können ausgeschlossen werden. Das Ziel ist, nur in Unternehmen zu investieren, die sich nachweislich an hohe ethische und rechtliche Standards halten.
Neben dem reinen Ausschlussprinzip existieren auch andere Ansätze zur nachhaltigen Geldanlage. Das "Best-in-Class"-Prinzip wählt die führenden Unternehmen innerhalb einer Branche aus, auch wenn die Branche selbst nicht als gänzlich nachhaltig gilt. Normbasiertes Screening prüft, ob Unternehmen internationale Verhaltensstandards einhalten. Die Integration von ESG-Faktoren in die klassische Finanzanalyse ist ein weiterer Ansatz, bei dem Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in die Bewertung von Unternehmen einbezogen werden.
Typische Ausschlussbereiche
| Kategorie | Beispiele für Ausschlusskriterien |
|---|---|
| Umwelt | Kohle, Öl, Gas, Atomkraft, Waffenindustrie, Gentechnik |
| Soziales | Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Pornografie, Kinderarbeit, Massentierhaltung |
| Unternehmensführung | Verstöße gegen Menschenrechte, Korruption, mangelnde Transparenz |
Praktische Umsetzung: So gestalten Sie Ihr nachhaltiges Depot
Die Einrichtung von Ausschlussfiltern im eigenen Depot mag zunächst komplex erscheinen, ist aber dank der zunehmenden Angebote von Banken und Fondsgesellschaften gut machbar. Der erste Schritt ist die Klärung der eigenen Werte und Prioritäten. Welche Themen sind Ihnen am wichtigsten? Geht es primär um Umweltschutz, Menschenrechte, ethische Tierhaltung oder die Vermeidung von Rüstungsgütern? Eine klare Vorstellung hilft Ihnen, die richtige Auswahl zu treffen.
Viele Banken bieten inzwischen spezielle nachhaltige Depots oder Girokonten an, bei denen Sie aus einer Vorauswahl von Fonds wählen können, die bereits nach bestimmten Kriterien gefiltert sind. Prüfen Sie die Anlagekriterien dieser Fonds genau. Achten Sie auf transparente Darstellungen, welche Ausschlusskriterien angewendet werden und welche Gütesiegel der Fonds trägt. Das FNG-Siegel beispielsweise ist ein anerkanntes Qualitätssiegel für nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum.
ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine weitere beliebte Möglichkeit, breit gestreut und kostengünstig in nachhaltige Anlageklassen zu investieren. Es gibt mittlerweile zahlreiche SRI-ETFs, die spezifische Ausschlusskriterien umsetzen. Ein Blick in die Factsheets oder Prospekte der ETFs gibt Aufschluss darüber, welche Unternehmen und Branchen ausgeschlossen werden.
Sollten Sie unsicher sein oder eine sehr spezifische Anforderung haben, kann die Anlageberatung hilfreich sein. Seit der gesetzlichen Verpflichtung müssen Berater Ihre Nachhaltigkeitspräferenzen erfragen. Nutzen Sie dieses Gespräch, um Ihre individuellen Wünsche zu kommunizieren und passende Produkte zu finden. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Definition von "Nachhaltigkeit" nicht universell ist und sich zwischen verschiedenen Anbietern unterscheiden kann.
Informieren Sie sich über Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen und Fondsgesellschaften. Diese Berichte geben Einblicke, wie die Anbieter mit Nachhaltigkeitsthemen umgehen und welche Kriterien sie selbst anwenden. Selbst große Finanzinstitute wie die DekaBank legen Wert darauf, eigene Gelder nach Kriterien wie Umwelt, Rüstung und Menschenrechte auszuschließen, was die breite Akzeptanz solcher Ansätze unterstreicht.
Auswahlhilfe für nachhaltige Anlageprodukte
| Schritt | Aktion |
|---|---|
| 1. Werte definieren | Klären Sie Ihre persönlichen ethischen und moralischen Prioritäten. |
| 2. Produktkriterien prüfen | Lesen Sie Factsheets, Prospekte und Nachhaltigkeitsberichte von Fonds und ETFs. |
| 3. Siegel beachten | Achten Sie auf anerkannte Nachhaltigkeitssiegel wie das FNG-Siegel. |
| 4. Beratung in Anspruch nehmen | Nutzen Sie die gesetzliche Pflicht zur Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen. |
Hintergründe und aktuelle Trends
Das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Mehrere Faktoren tragen zu diesem Trend bei: ein wachsendes Umweltbewusstsein, die zunehmende Sichtbarkeit sozialer Ungleichheiten und ein generelles Streben nach einem verantwortungsvollen Konsum- und Investitionsverhalten. Immer mehr Anleger erkennen, dass ihre finanziellen Entscheidungen reale Auswirkungen auf die Welt haben.
Regulatorische Entwicklungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Nachhaltigkeit im Finanzwesen. Die bereits erwähnte gesetzliche Pflicht in Deutschland, Kunden nach ihren Nachhaltigkeitspräferenzen zu befragen, ist ein wichtiger Schritt. Auch auf europäischer Ebene gibt es Initiativen wie die EU-Taxonomie, die eine einheitliche Klassifizierung nachhaltiger wirtschaftlicher Tätigkeiten schaffen soll und somit mehr Transparenz und Orientierung für Investoren bietet.
Trotz des Booms gibt es auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. "Greenwashing" – das ungerechtfertigte oder übertriebene Bewerben von Nachhaltigkeit – ist eine reale Gefahr. Anleger müssen wachsam bleiben und die Kriterien von Anlageprodukten genau prüfen, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich das halten, was sie versprechen. Transparenz und nachvollziehbare Ausschluss- und Auswahlkriterien sind hierbei das A und O.
Die Kombination verschiedener Ansätze ist ebenfalls ein aktueller Trend. Viele Anleger kombinieren Ausschlusskriterien mit positiven Auswahlkriterien (Best-in-Class) oder integrieren ESG-Faktoren systematisch in ihre Investmententscheidungen. Dieser vielschichtige Ansatz ermöglicht es, sowohl unerwünschte Anlagen zu vermeiden als auch gezielt in zukunftsfähige und verantwortungsbewusste Unternehmen zu investieren. Die Branche entwickelt sich stetig weiter und bietet immer ausgefeiltere Methoden für ethisch orientierte Investitionen.
Die langfristige Perspektive ist ebenfalls entscheidend. Viele Studien deuten darauf hin, dass Unternehmen, die gut in Bezug auf ESG-Kriterien abschneiden, langfristig resilienter sind und bessere finanzielle Ergebnisse erzielen können. Dies unterstreicht, dass nachhaltige Geldanlage nicht zwangsläufig zu Lasten der Rendite gehen muss, sondern auch ein intelligenter Ansatz für langfristigen Vermögensaufbau sein kann.
Aktuelle Entwicklungen im Markt für nachhaltige Anlagen
| Trend | Beschreibung |
|---|---|
| Steigende Nachfrage | Zunehmendes Interesse von Privatanlegern und institutionellen Investoren an nachhaltigen Produkten. |
| Regulatorische Impulse | Gesetzliche Vorgaben und Offenlegungspflichten fördern Transparenz und Standardisierung. |
| Kritische Haltung | Bewusstsein für Greenwashing und Notwendigkeit der genauen Prüfung von Produktkriterien. |
| Methodenvielfalt | Kombination von Ausschluss-, Positiv- und Integrationsansätzen. |
Beispiele für ethische Anlagephilosophien
Um die praktische Umsetzung von Ausschlussfiltern greifbar zu machen, werfen wir einen Blick auf konkrete Anlagephilosophien und Anbieter. Viele Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter haben klare Leitlinien entwickelt, um sicherzustellen, dass ihre Produkte den ethischen Anforderungen der Anleger entsprechen. Diese Philosophien basieren oft auf einer Kombination aus Ausschluss- und Positivkriterien.
Ein Beispiel ist die Anlagephilosophie "PRIME VALUES". Diese zielt darauf ab, Emittenten nicht nur nach finanziellen, sondern auch nach ethischen Kriterien zu bewerten. Dies beinhaltet sowohl den Ausschluss von Branchen, die als ethisch problematisch gelten, als auch die gezielte Auswahl von Unternehmen, die durch verantwortungsvolles Handeln positiv hervorstechen. Solche Ansätze bieten eine klare Struktur für die Anlagenauswahl.
Auch größere Finanzinstitute wie die DekaBank haben eigene Standards für nachhaltige Geldanlagen. Sie schließen beispielsweise eigene Gelder aus, die in Sektoren wie Umweltzerstörung, Rüstungsproduktion oder bei Unternehmen mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen oder Korruptionspraktiken investieren. Dies zeigt, dass auch etablierte Akteure im Finanzwesen immer stärker auf ethische Kriterien setzen.
Speziell aufgelegte SRI-Fonds und ETFs sind eine einfache Möglichkeit für Anleger, diese Philosophie in ihr Depot zu integrieren. Diese Produkte sind von vornherein so konzipiert, dass sie bestimmte Ausschlusskriterien erfüllen. Durch die Auswahl eines solchen Fonds oder ETFs können Anleger ihr Depot breit diversifizieren und gleichzeitig sicherstellen, dass sie nur in Unternehmen investieren, die ihren Werten entsprechen. Die Vielfalt der angebotenen Produkte ermöglicht es, für nahezu jede ethische Präferenz eine passende Anlage zu finden.
Bei der Auswahl eines solchen Produkts ist es unerlässlich, die genauen Kriterien zu studieren. Was der eine Fonds unter "ethisch" versteht, kann für den anderen eine Grauzone sein. Transparenz seitens des Anbieters ist hier der Schlüssel. Die Möglichkeit, die Zusammensetzung eines Fonds einzusehen und die angewandten Ausschluss- und Auswahlkriterien zu verstehen, gibt dem Anleger Sicherheit und Vertrauen in seine Investmententscheidungen.
Beispiele für SRI-orientierte Anbieter und Produkte
| Anbieter/Produktart | Fokus/Merkmal |
|---|---|
| Spezielle SRI-Fonds | Gezielte Auswahl von Unternehmen nach strengen ethischen Ausschlusskriterien. |
| SRI-ETFs | Kostengünstige, breit gestreute Anlage nach SRI-Prinzipien. |
| DekaBank (eigene Gelder) | Anwendung von Ausschlusskriterien wie Umwelt, Rüstung, Menschenrechte. |
| PRIME VALUES | Anlagephilosophie, die Ausschluss- und Positivkriterien für Emittentenbewertung nutzt. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Q1. Was genau bedeutet "Ausschlussfilter im Depot einrichten"?
A1. Das Einrichten von Ausschlussfiltern bedeutet, dass Sie bewusst bestimmte Unternehmen oder ganze Branchen von Ihren Investitionen ausschließen, weil diese nicht mit Ihren persönlichen ethischen oder moralischen Vorstellungen übereinstimmen.
Q2. Welche Rolle spielen ESG-Kriterien bei der Einrichtung von Ausschlussfiltern?
A2. ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bilden oft die Grundlage für Ausschlussfilter, indem sie Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekte bewerten. Ausgeschlossen werden können Unternehmen, die in diesen Bereichen schlecht abschneiden oder negative Auswirkungen haben.
Q3. Wie unterscheiden sich ESG und SRI?
A3. ESG ist ein breiterer Bewertungsrahmen. SRI (Socially Responsible Investing) ist oft strenger und legt einen stärkeren Fokus auf ethische Grundsätze, was häufig den Ausschluss bestimmter Branchen (wie Waffen, Tabak) einschließt.
Q4. Seit wann gibt es in Deutschland die Pflicht zur Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen?
A4. Seit dem 2. August 2022 sind Anlageberater in Deutschland gesetzlich verpflichtet, nach den Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden zu fragen.
Q5. Können Sie Beispiele für typische Ausschlusskriterien nennen?
A5. Ja, gängige Beispiele sind die Waffenindustrie, Atomkraft, fossile Brennstoffe, Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Pornografie, Kinderarbeit und Massentierhaltung.
Q6. Wie kann ich als Anleger vorgehen, um Ausschlussfilter einzurichten?
A6. Definieren Sie Ihre Werte, prüfen Sie die Kriterien von Fonds und ETFs genau, achten Sie auf Siegel wie das FNG-Siegel und nutzen Sie die professionelle Anlageberatung.
Q7. Was ist das "Best-in-Class"-Prinzip?
A7. Beim Best-in-Class-Prinzip werden die Unternehmen einer Branche ausgewählt, die im Hinblick auf Nachhaltigkeit am besten abschneiden, auch wenn die Branche selbst nicht als gänzlich nachhaltig gilt.
Q8. Was ist Greenwashing im Kontext von Geldanlagen?
A8. Greenwashing bezeichnet die irreführende oder übertriebene Darstellung eines Finanzprodukts als nachhaltig, obwohl dies nicht zutrifft.
Q9. Gibt es spezielle Fonds oder ETFs, die nach SRI-Kriterien arbeiten?
A9. Ja, es gibt eine wachsende Anzahl von SRI-Fonds und ETFs, die speziell nach strengen ethischen Ausschlusskriterien zusammengestellt werden.
Q10. Wie wichtig ist Transparenz bei nachhaltigen Geldanlagen?
A10. Transparenz ist entscheidend, um Greenwashing zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Anlagekriterien mit den eigenen Werten übereinstimmen. Anleger sollten immer die Offenlegung von Kriterien und die Zusammensetzung von Fonds prüfen.
Q11. Kann die Anlageberatung bei der Auswahl nachhaltiger Investments helfen?
A11. Ja, seit der gesetzlichen Verpflichtung müssen Berater auf Nachhaltigkeitspräferenzen eingehen und können dabei unterstützen, passende Produkte zu finden.
Q12. Was bedeutet "Governance" im ESG-Kontext?
A12. Governance bezieht sich auf die Regeln und Praktiken der Unternehmensführung, wie Transparenz, die Vergütung von Führungskräften und die Vermeidung von Korruption.
Q13. Kann man mit SRI-Investments trotzdem gute Renditen erzielen?
A13. Studien deuten darauf hin, dass Unternehmen mit guten ESG-Ratings oft langfristig resilienter sind und gute Renditen erzielen können. Nachhaltigkeit und Rendite müssen sich nicht ausschließen.
Q14. Welche Rolle spielt die EU-Taxonomie?
A14. Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem, das nachhaltige wirtschaftliche Tätigkeiten definiert und Investoren mehr Orientierung und Vergleichbarkeit bietet.
Q15. Was ist ein Nachhaltigkeitsbericht eines Unternehmens?
A15. Ein Nachhaltigkeitsbericht (oft auch CSR-Bericht genannt) informiert über die ökologische, soziale und ökonomische Leistung eines Unternehmens.
Q16. Wie kann ich die Kriterien eines Fonds am besten prüfen?
A16. Lesen Sie das Factsheet, den Prospekt oder die Website des Fonds. Dort sollten die angewendeten Nachhaltigkeitskriterien und Ausschlusskriterien detailliert aufgeführt sein.
Q17. Gibt es eine universelle Definition von "Nachhaltigkeit" bei Geldanlagen?
A17. Nein, es gibt keine universell gültige Definition. Die Kriterien können je nach Anbieter und Produkt variieren, daher ist sorgfältige Prüfung notwendig.
Q18. Was sind "Negativkriterien"?
A18. Negativkriterien sind Ausschlusskriterien, die bestimmte Branchen oder Geschäftspraktiken definieren, die von der Anlage ausgeschlossen werden sollen.
Q19. Was sind "Positivkriterien"?
A19. Positivkriterien zielen darauf ab, gezielt Unternehmen oder Branchen auszuwählen, die besonders gute Leistungen in Bezug auf Nachhaltigkeit erbringen (z.B. "Best-in-Class").
Q20. Kann ich als Kleinanleger Ausschlussfilter effektiv nutzen?
A20. Ja, durch die Auswahl von SRI-Fonds oder ETFs, die bereits solche Filter integrieren, können auch Kleinanleger ihre Anlagen werteorientiert gestalten.
Q21. Sind ethische Investments immer teurer?
A21. Nicht zwangsläufig. Viele SRI-ETFs sind preislich mit herkömmlichen ETFs vergleichbar. Bei aktiv gemanagten Fonds können die Gebühren höher sein.
Q22. Welche Rolle spielen Menschenrechte bei SRI-Kriterien?
A22. Menschenrechte sind ein zentraler Bestandteil sozialer Kriterien und werden oft als Ausschlussgrundlage für Unternehmen verwendet, die diese missachten.
Q23. Was ist, wenn ein Unternehmen in mehreren Branchen tätig ist, von denen eine ausgeschlossen werden soll?
A23. Hier wird es komplex. Viele SRI-Strategien schließen Unternehmen aus, wenn ein bestimmter Umsatzanteil (z.B. 5% oder 10%) aus der problematischen Branche stammt.
Q24. Wie wichtig ist die Unternehmensführung (Governance)?
A24. Sehr wichtig. Eine gute Unternehmensführung ist oft ein Indikator für langfristige Stabilität und verantwortungsbewusstes Handeln, auch im Hinblick auf Umwelt- und Sozialthemen.
Q25. Gibt es ein anerkanntes Siegel für nachhaltige Geldanlagen?
A25. Ja, das FNG-Siegel ist ein bekanntes und anerkanntes Qualitätssiegel für nachhaltige Investmentfonds im deutschsprachigen Raum.
Q26. Wie kann ich überprüfen, ob mein bestehendes Depot meine Werte widerspiegelt?
A26. Überprüfen Sie die aktuellen Bestände in Ihrem Depot und recherchieren Sie die Geschäftsfelder der jeweiligen Unternehmen. Vergleichen Sie diese mit Ihren definierten Ausschlusskriterien.
Q27. Können ethische Erwägungen die Diversifikation meines Depots beeinträchtigen?
A27. Das kann bei sehr strengen Kriterien theoretisch der Fall sein. SRI-Produkte sind jedoch oft breit diversifiziert, um dieses Risiko zu minimieren.
Q28. Was ist der Unterschied zwischen SRI und Impact Investing?
A28. SRI konzentriert sich auf Ausschluss und verantwortungsvolle Praktiken, während Impact Investing gezielt in Unternehmen investiert, die nachweislich positive, messbare soziale oder ökologische Auswirkungen erzielen.
Q29. Welche Rolle spielt die Tierschutzethik bei Ausschlussfiltern?
A29. Tierschutz ist ein häufiges soziales Kriterium. Unternehmen der Massentierhaltung, die Tierschutzstandards missachten, werden oft ausgeschlossen.
Q30. Wie kann ich sicherstellen, dass die Ausschlusskriterien eines Fonds aktuell bleiben?
A30. Fondsgesellschaften überprüfen und aktualisieren ihre Kriterien regelmäßig. Die Transparenz der Anbieter gibt hierbei Auskunft über den Prozess.
Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle Finanz- oder Anlageberatung. Die Informationen basieren auf aktuellen Entwicklungen, können sich jedoch ändern. Es ist ratsam, individuelle Anlageentscheidungen stets mit einem qualifizierten Berater zu besprechen.
Zusammenfassung
Die Einrichtung von Ausschlussfiltern im Depot ermöglicht es Anlegern, ihre Geldanlagen mit ihren persönlichen moralischen und ethischen Werten in Einklang zu bringen. ESG- und SRI-Kriterien bieten einen Rahmen zur Bewertung von Unternehmen, wobei SRI einen stärkeren Fokus auf ethische Ausschlüsse legt. Seit 2022 müssen Anlageberater in Deutschland die Nachhaltigkeitspräferenzen ihrer Kunden abfragen. Durch die sorgfältige Prüfung von Fonds- und ETF-Kriterien, die Beachtung von Siegeln und gegebenenfalls die Inanspruchnahme professioneller Beratung können Anleger ihr Depot werteorientiert gestalten und so zu einer positiveren Welt beitragen.
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